Das war 2023

das Jahr 2023 liegt hinter uns. Dank Eurer Spenden konnten wir 2023 viel erreichen! Hier eine kleine Übersicht zu den vergangenen 12 Monaten:

Unser Mikrokredite – Projekt

Dieses Projekt haben wir 2017 ins Leben gerufen und wir erfreuen uns sehr, dass es stetig weiterwächst.

Es erhielten im vergangenen Jahr 82 Frauen einen Mikrokredit von im Schnitt 76 Euro. Alle Kreditnehmerinnen wohnen in Dörfern rund um die Kleinstadt Boussé. Sie erhalten das Geld für ein Jahr und müssen die Summe dann nach 12 Monaten zinslos zurückzahlen. Die Rückzahlung der Kredite wird im Februar dieses Jahres fällig sein. Bisher gibt es eine Rückzahlquote von 100%. Weil alles so glatt läuft, wollen wir auch in diesem Jahr weitere Mikrokredite finanzieren.

Die Frauen nehmen mit den Krediten unterschiedliche Tätigkeiten wahr, wie z.B. die Herstellung von Beurre de Karité (Shea Butter) für den heimischen Markt, das Heranzüchten von Hühnern, die Essenzubereitung inklusive Verkauf von heimischen Gerichten (wie Soumbala), die Bestellung von Feldern, und andere kleinere Businesses. Ein wesentlicher positiver Effekt ist die Tatsache, dass die Frauen dank der Einkommen die Schulgelder für ihre Kinder bezahlen können, im Krankheitsfall Medizin kaufen können und die gesamte Familie ernähren können.

Unser Ochsen-Kredite-Projekt

Das Ochsenprojekt läuft weiterhin sehr erfolgreich, zur Erinnerung: Wir kaufen junge Ochsen ein (für umgerechnet 200 Euro, ursprünglich war der Preis pro Ochse 155 Euro, jedoch haben sich die Preise leider erhöht), geben diese als eine Art „Tierkredit“ an bedürftige Familien. Nach ca. zwei bis drei Jahren, wenn die Tiere ausgewachsen sind, werden die Tiere während der Festtage (um Weihnachten) zu einem weit höheren Preis verkauft (ca. 540 Euro). Mit dem Erlös werden zwei neue Ochsen gekauft: einen für die Familie, die den Ochsen nun behalten darf, und einen für eine neue Familie. Die Ochsen unterstützen die Landwirte bei der Feldarbeit und für den Transport von Waren.

Derzeit sind 65 Familien im Besitz eines Ochsen.

Unser Moringa Projekt

Seit 2017 läuft unser Moringa – Projekt. Vielen ist der Name vielleicht als Inhaltsstoff eines Smoothies geläufig. Moringa wird auch als Superfood bezeichnet: Die Pflanze enthält sehr viel Vitamin A-B-C-E, sowie Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Eiweiß (sogar mehr Vitamin C wie Orangen, mehr Vitamin A wie Möhren und viermal mehr Kalzium als Milch). In Burkina Faso stellen Mangelernährung, sowie die Desertifikation (Wüstenausbreitung) große Herausforderungen dar. Mit unserem burkinischen Projektpartner gehen wir genau diese Herausforderung an. Insgesamt haben wir schon über 10.000 Pflanzen in der Region um Niou (nord-westlich von Ouagadougou) angepflanzt.

Leider hat im vergangenen Jahr die Regenzeit relativ spät begonnen, im Mai. Somit sind ca. 200 Pflanzen vertrocknet. In diesem Jahr sollen im Juni/ Juli wieder weitere Bäume gepflanzt werden. Beim Anbau der Moringa-Plantage wird darauf geachtet, dass zwischen den Moringabäumen stets auch andere Bäume (wie Mango-, Guaven- oder Nérebäume) gepflanzt werden, um eine Diversifizierung zu gewährleisten.

Derzeit arbeiten 40 – 50 Frauen auf der Moringa-Plantage, während der Erntezeit sind es sogar bis zu 60 Frauen. Geerntet werden zum einen die Blätter (zweimal im Jahr) und die Samen (einmal im Jahr). Die Blätter werden für den Eigenbedarf genutzt (für die Essensherstellung). Der Großteil der Samen wird auf den umliegenden Märkten verkauft, ein kleinerer Teil davon wird für die Anzucht neuer Pflanzen verwendet.

Insgesamt wurden 2023 ca. 100 Säcke Moringablätter geerntet. 50 dieser Säcke erhalten die Frauen, die auf den Feldern arbeiten (jede erhält einen Sack), dies reicht für eine gesamte Familie für einige Monate. Zudem reist eine Delegation von 4 – 5 Frauen in die umliegenden Dörfer, um die verbleibenden 50 Säcke Blätter auf den Märkten zu verkaufen.

Seit 2021 werden die Blätter auf dem Markt verkauft. Wir freuen uns sehr, dass das Projekt seitdem gewachsen ist: So wurden im Jahr 2021 bereits 381,00 Euro erwirtschaftet, im Jahr 2022 waren es dann 435 Euro und im vergangenen Jahr sogar 763 Euro. Jede der Frauen, die die Blätter verkauft erhält umgerechnet ca. 15 Euro für die Arbeit. Dieses Geld nutzen sie für den Kauf von anderen Lebensmitteln (Reis, Bohnen etc.). Der Rest des Geldes fließt in den lokalen Verein Reseau.

Der Vereinsvorsitzende von Reseau, Tassére Derra, hofft, dass sich bald genügend Geld angesammelt hat, um einen Brunnen inmitten der Plantage zu bauen. Wir hoffen, das dies noch in diesem Jahr möglich wird.

Bau der neuen Schule

Seit über einem Jahr unterstützen wir bei dem Bau einer neuen Schule. Im Jahr 2022 hatten wir bereits ca. 9500 Euro für den Bau der Schule ausgegeben. Aktuell haben wir weitere 4000 Euro überwiesen. Es fehlen nun noch 6000 Euro, um den Bau fertigzustellen. Derzeit müssen wir uns mit den erhöhten Materialkosten auseinandersetzen. Eine weitere Herausforderung ist, dass Burkina Faso ein Binnenland ist und nicht über einen Hafen verfügt. Somit sind auch Transportkosten stets hoch. Wir werden in diesem Jahr den Schulbau weiterverfolgen. Wann genau der Bau abgeschlossen sein wird, wissen wir aber nicht.

Besondere Anerkennung unseres Bildungszentrums in Ouagadougou

Vor einigen Wochen erhielten wir eine frohe Botschaft von unserem burkinischen Partnerverein. Vielleicht erinnert ihr Euch: 2016 haben wir das von unserem Verein finanzierte Ausbildungszentrum eröffnet. Seitdem werden dort Lehrer ausgebildet. Derzeit sind 428 Schüler:innen in Ausbildung. Das Bildungsministerium von Burkina Faso hat nun, Ende des vergangenen Jahres, allen Schülern Materialien zur Verfügung gestellt, da es unser Zentrum auf Platz zwei der besten Ausbildungszentren in ganz Burkina Faso geschafft hat. Die Freude über diese Anerkennung ist sehr groß.

Besuch aus Burkina Faso

Im Juli 2023 kam der Vorsitzende, Tassére Derra, für ein paar Tage nach Berlin um sich mit Johanna Richter, der Vorsitzenden unseres Vereines, zu treffen. Dieses Treffen war eigentlich für das Jahr 2020 vorgesehen, musste aber – aufgrund Corona – verschoben werden. Die Reisekosten für Herrn Derra wurden freundlicher Weise von einem anderen deutschen Partnerverein finanziert, mit dem Herr Derra auch zusammenarbeitet. Bei dem Treffen wurden alle Projekte gründlich besprochen und auch Pläne für die Zukunft geschmiedet. Aufgrund der aktuellen Krisensituation in Burkina Faso ist es unserem Team leider nicht möglich, selbst nach Burkina Faso zu reisen (siehe nächster Absatz).

Aktuelle Krisensituation

Leider ist die Krisensituation noch sehr aktuell. Derzeit sind ins Zentrum des Landes Tausende Binnenflüchtlinge geflohen. Diese kommen aus der nördlichen Grenzregion zu Mali. Aufgrund der terroristischen Anschläge leben die Menschen in dieser Region gefährlich und sind gezwungen ihre Heimat für unbestimmte Zeit zu verlassen. Viele Flüchtlinge haben sich in „unseren“ Dörfern niedergelassen um Schutz zu suchen. Sie haben weder genügend Nahrung, noch ein Dach über dem Kopf. Zudem haben die Eltern keine Ressourcen für Schulgelder. Kinder werden trotzdem so gut es geht in den Schulen aufgenommen. Klassengrößen von 100 Kindern sind keine Seltenheit. In unseren Dörfern werden ca. 400 Flüchtlinge (unter ihnen 200 Kinder) aufgenommen. Die Situation bleibt angespannt.

Wir, das Team von agbe, bleiben auf jeden Fall am Ball und wir machen auch in diesem Jahr weiter. Danke, dass ihr – teilweise schon seit Jahren – mit dabei seid.

Mit allen guten Wünschen für das neue Jahr!

Im Namen des gesamten agbe – Teams,

Eure Johanna