so war 2020…

Liebe Unterstützer:innen, liebe Freund:innen,

Wie fängt man nach so einem Krisen-Jahr einen Rückblick an?! Es war sicherlich kein einfaches Jahr, weder für Euch Leser, noch für unsere Projektpartner in Westafrika.

Liebe Unterstützer:innen, liebe Freund:innen,

Neben Corona, wovon Westafrika nicht so hart getroffen ist, wie wir in Europa, macht der Terror den Menschen große Sorge. Laut UNHCR spielt sich in Burkina Faso die am schnellsten wachsende humanitäre Krise der Welt ab. Eine Million Binnenflüchtlinge wurden vertrieben. Insbesondere aus dem Norden kommen immer mehr Flüchtlinge in „unsere“ Dörfer. Der Terrorismus aus Mali kommend, breitet sich aus. Vielleicht erinnert ihr Euch: Wir hatten einmal eine Grundschule in Mouni gebaut. Diese platzt jetzt aus allen Nähten. Pro Klasse haben wir nun über 100 Schulkinder! Denn natürlich haben die Flüchtlingskinder auch ein Recht auf Bildung. Das stellt unsere burkinischen Freunde vor enorme Herausforderungen.

Dennoch… es gibt einige sehr erfreuliche Nachrichten, die wir gern mit Euch teilen.

2020 haben wir uns weiterhin auf unsere Arbeit in Burkina Faso konzentriert. Dank unseren engagierten burkinischen Partnern vor Ort hat keines der Projekte unter der Pandemie gelitten, auch wenn es einige Hürden gab – dazu gleich mehr.

Unser Mikrokredite-Projekt läuft weiterhin sehr erfolgreich. Insgesamt haben bereits 72 Frauen Kredite erhalten. Da diese Frauen einigen Überschuss generieren konnten, war es uns möglich 8 weiteren Frauen Mikrokredite zu gewähren. Dank der Einnahmen können die Frauen neben ihrem kleinen selbstgeführten Business Schulgelder bezahlen und Nahrungsmittel für die Familie kaufen. Einige der Frauen sparen auch Geld.

Alle Frauen erhalten unsere Kredite für ein Jahr und müssen diese dann zinsfrei vollständig zurückzahlen. Im Februar 2021 werden die Kredite zurückgezahlt. Bisher gab es noch keinen einzigen Zahlungsausfall. Wir hoffen sehr, dass alles so weitergeht!

Vielleicht erinnern sich einige von Euch… 2018 haben wir einige Moringa-Setzlinge in Dörfern nördlich der Hauptstadt Ouagadougous anpflanzen lassen. Nun tragen diese Bäume bereits Früchte und werden von unzähligen Frauen bewirtschaftet. Moringa ist bekannt für seinen Nährstoffreichtum und wird auch zu Recht als „Wunderbaum“ und „Superfood“ bezeichnet. Der Baum enthält alle essentiellen Aminosäuren, fast alle Vitamine, darunter besonders viel Vitamin C und A, sowie Mineralien. Besonders Eisen, Kalzium und Magnesium. Die Inhaltsstoffe der Pflanze helfen die schlimmsten Symptome der Mangelernährung zu bekämpfen. Neben der Verwertung des Baumes für die Nahrungssicherung wurden bereits Blätter im Wert von über 260€ verkauft. Das erwirtschaftete Geld wird von unserem burkinischen Partnerverein RESEAU für soziale Projekte re-investiert. Die Samen einiger Pflanzen wurden zudem gesichert und werden in den kommenden Monaten an Großhändler verkauft. Im Juli und August sollen weitere 1000 Setzlinge gepflanzt werden.

Unser Ausbildungszentrum ist weiterhin stetig in Betrieb. Seit Bauabschluss vor zwei Jahren wurden 225 junge Menschen ausgebildet. Davon erhielten 218 ein Abschlussdiplom und haben jetzt die Zulassung als Grundschullehrer-innen zu arbeiten. Sieben Schüler konnten aufgrund von Krankheit ihre Ausbildung leider nicht zu Ende führen.

Das Ochsenprojekt läuft weiterhin auch sehr erfolgreich. Derzeit konnten wir 42 Familien gemeinsam mit unserem Partnerverein RESEAU einen Ochsen geben, den sie für die landwirtschaftliche Arbeit nutzen. Die Familien können den Ochsen für zwei Jahre nutzen. Anschließend verkaufen sie ihn (oder das Fleisch) und können von dem Erlös zwei neue Ochsen kaufen. Einen behalten sie und der andere wird durch unseren burkinischen Partner an eine weitere Familie verteilt. Da allerdings traditionell die Ochsen im Norden des Landes gezüchtet werden und dort terroristischer Ausnahmezustand herrscht, können wir pro Jahr nur eine Handvoll Ochsen erstehen.

Und was sind unsere Ziele für 2021?

Wie zu Anfang beschrieben, befinden wir uns in Burkina Faso derzeit im Beginn einer humanitären Krise. Wir wollen aus diesem Grund in den kommenden Monaten bis zu drei neue Schulklassen bauen lassen für die Kinder aus den Dörfern Mouni und Rabodin. Laut Rücksprache mit Tassére Derra (Vorsitzender von RESEAU) ist der Bedarf dort am größten. Die Bauherren haben aufgrund unserer langjährigen Zusammenarbeit ihre Preise drastisch gedrückt auf insgesamt 20.000€ für drei Schulkassenräume (inklusive Tische, Schränke Tafeln etc.). 5000€ haben wir bereits zusammengesammelt. Unser Ziel ist es, eine Klasse nach der anderen zu bauen, gemessen an unseren finanziellen Ressourcen.

Selbstverständlich laufen unsere anderen Projekte auch weiter.

Euch allen großen Dank für die Unterstützung. Mit Stolz können wir verkünden, dass wir 2020 100% der Spenden weitergeleitet haben.

 

Herzliche Grüße,

im Namen unseres gesamten Teams,

Dr. Johanna Richter